Was ist eine Kieferfehlstellung?

by Gesundheit on Oktober 20, 2011

1,5 Millionen Menschen leiden in Deutschland an einer Kieferfehlstellung, die notwendig behandelt werden muss. Nur jeder 20. Deutsche hat ein Gebiss, das auch ohne jeden Eingriff dem Ideal entspricht.
Die Kieferfehlstellungen können dabei sowohl erblich, als auch erworben sein. Besonders bei Fehlstellungen des Oberkiefers sind häufig Angewohnheiten wie Zungen- oder Lippenpressen oder das Atmen durch den Mund verantwortlich. Auch frühes und exzessives Daumenlutschen kann zu einer Verformung des Kiefers führen. Aber auch komplexe Krankheitsbilder wie das Downsyndrom oder die Lippen-Kiefer-Gaumenspalte können Kieferfehlstellungen bedingen.

Häufig führt eine Kieferfehlstellung zu einer unsymmetrischen Ausrichtung der Zähne. Daraus folgen vielfältige Symptome. Der Kiefer kann etwa schmerzen oder knacken, der Patient kann Probleme beim Öffnen des Mundes haben oder unter nächtlichem Zähneknirschen leiden.
Doch auch Symptome, die weitaus weniger eindeutig sind, können auf eine Kieferfehlstellung hinweisen. Dazu gehören vor allem Verspannungen von Rücken oder Nacken und daraus folgende Kopfschmerzen. Aber auch Ohrgeräusche, schweres Atmen, Schnarchen, Sprachschwierigkeiten oder sogar Magen-Darm Störungen oder häufige grippale Infekte können auf eine Kieferfehlstellung hinweisen.

Eine Kieferfehlstellung kann meist schon mit bloßem Auge wahrgenommen werden. Bei Verdacht sollte man sich an einen Kieferorthopäden wenden. Dieser untersucht Biss- und Zahnposition, Anzahl der Zähne und Zahndurchbrüche. In einigen Fällen kann er den Kiefer auch röntgen oder einen Gipsabdruck vom Gebiss machen.

Die bekannteste Therapiemöglichkeit einer Kieferfehlstellung ist sicherlich die Zahnspange. Man unterscheidet dabei feste und herausnehmbare Spangen. Eine durchschnittliche Behandlung dauert dabei 2-4 Jahre. Der Erfolg der Behandlung hängt hier ganz besonders vom Engagement des Patienten ab. Nur wenn die Zahnspange auch regelmäßig getragen wird, zeigen sich gute Ergebnisse. Die Behandlung mit einer Zahnspange ist am erfolgreichsten, wenn das Kieferknochenwachstum noch nicht abgeschlossen ist, der Zahnwechsel aber schon begonnen hat. Deshalb wird die Behandlung meist zwischen dem 9. und 14. Lebensjahr durchgeführt.
Doch auch durch eine Operation kann eine Kieferfehlstellung korrigiert werden. Vor der Operation fertigt der Kieferchirurg ein Gipsmodell des neuen Gebisses an. Schon dort muss er sehr exakt arbeiten, damit das Ergebnis zufriedenstellend wird. Die Operation selbst dauert je nach Komplexität des Eingriffes meist nur etwa 75 Minuten. Oft kann der Patient schon am selben Tag wieder feste Nahrung zu sich nehmen. Wichtig ist, die Kontrolltermine nach der Operation regelmäßig wahrzunehmen, damit Probleme beim Heilungsprozess frühzeitig erkannt werden.

Je nach Art der Kieferfehlstellung wird die Behandlung meist von den Krankenkassen übernommen. Sind aber nur geringe gesundheitliche Probleme vorhanden oder handelt es sich um ein rein kosmetisches Problem, muss der Patient die Kosten tragen.

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