Schmerzen sind Warnsignale des Körpers und es ist wichtig, die Ursache dafür zu erkennen, da sie im schlimmsten Fall einen lebensbedrohlichen Zustand anzeigen können. Wenn man an Flankenschmerzen leidet, liegt die Ursache meistens bei den Nieren, wobei durchaus auch die Wirbelsäule oder andere Organe, wie zum Beispiel der Darm oder bei Frauen die Eierstöcke oder Gebährmutter die Übeltäter sein können.
Aber wie gesagt, meistens kann der Urogenitaltrakt als Schmerzverursacher entlarvt werden, wobei mehrere Krankheiten unterschieden werden können, die in ihrem gesundheitlichen Risiko variieren. So gibt es zum Beispiel Menschen, die mit starken Nierenschmerzen reagieren, wenn sie an einem Tag zu wenig getrunken haben. In diesem Fall ist die Behandlung im Akutfall mit Infusionen relativ einfach, und als Prävention muss man sich angewöhnen, mindestens zwei Liter täglich zu trinken.
Eine weitere Ursache für Nierenschmerzen stellt die so genannte Nephrolithiasis dar, was bedeutet, dass sich entweder mehrere kleine oder ein großer Stein in den Nierengängen oder den harnableitenden Wegen gebildet hat, der den Durchfluss von Urin behindert, was zu regelrechten Koliken führen kann. Ist der Stein noch nicht zu groß, besteht die Möglichkeit, dass er durch eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr gelöst werden und abgehen kann, was jedoch meistens mit heftigen Schmerzen verbunden ist. Sollte diese Möglichkeit nicht bestehen muss er operativ entfernt werden. Nieren- oder Blasensteine entstehen durch eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme über einen längeren Zeitraum hinweg, wobei auch andere Krankheiten, wie zum Beispiel Gicht, diverse Infektionskrankheiten oder ein Harnwegsinfekt die Bildung von Konkrementen begünstigen können.
In seltenen Fällen ist ein Nierentumor die Ursache für Nierenschmerzen, da dieser jedoch “nur” ein bis zwei Prozent der bösartigen Tumore ausmacht, ist dies nicht als erste Diagnose zu erwarten.
Oft werden Nierenschmerzen von einer Pyelonephritis (Nierenbeckenentzündung) ausgelöst, die durch eine bakterielle Infektion hervorgerufen wird und meistens nur eine Niere betrifft. Da sie sich auch aus einem Harnwegsinfekt entwickeln kann, sind Frauen zwei- bis dreimal häufiger von einer Nierenbeckenentzündung betroffen, da durch ihre kürzere Harnröhre leichter Bakterien in den Urogenitaltrakt gelangen können. Bei einer Pyelonephritis sind auch allgemeine Krankheitssymptome wie hohes Fieber, reduzierter Allgemeinzustand und in schweren Fällen Erbrechen zu beobachten. Da die Nieren sehr gut durchblutet sind besteht hierbei die Gefahr, dass Bakterien in den Blutstrom gelangen können. Diese so genannte Urosepsis ist ein lebensbedrohlicher Zustand und muss sofort behandelt werden.
Deswegen ist es wichtig, starke Nierenschmerzen in Kombination mit allgemeinen Krankheitszeichen rasch von einem Arzt untersuchen zu lassen, da sie mitunter sehr gefährlich sein können.